Sibiu (Hermannstadt)

Sibiu ist mit seinen etwas über 150.000 Einwohnern zwar “nur” eine mittelgroße rumänische Stadt, doch nicht erst seit ihrer Ernennung zur offiziellen Europäischen Kulturhauptstadt 2007 hat sie für Rumänien-Reisende eine große Anziehungskraft. Nahezu exakt im Zentrum des Landes an den Ufern des Zibin gelegen, sind auch die Südlichen Karpaten nicht weit. An der Kreuzung mehrerer bedeutsamer Handelsstraßen gelegen, erlebte der Ort sowohl Reichtum als auch erbitterte Kämpfe um die Vorherrschaft. Bis zu drei Verteidigungsringe suchten, sich gegen fremde Eroberer zu schützen. Als Hermannstadt war das von deutschen Siedlern im zwölften Jahrhundert gegründete Sibiu wichtigster Ort der Siebenbürger Sachsen. Mehrfach versuchten die Türken, den Ort einzunehmen. Da diese Anstrengungen erfolglos blieben, erlangte Hermannstadt den Ruf als “Bollwerk des Christentums”. Die Stadt war jedoch nicht nur als Handelsplatz, sondern auch als politisches Zentrum der Siebenbürger Sachsen bedeutsam. Erst im 18. Jahrhundert durften sich auch andere Nationalitäten als Deutsche hier ansiedeln. Obwohl der Ort seit dem Ende des Ersten Weltkrieges zu Rumänien gehörte, gerieten die Siebenbürger Sachsen erst gegen Ende der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts in die Minderheit. Heute besteht wieder ein reges deutschsprachiges Kultur- und akademisches Leben in Sibiu.
Architektonisch ist Sibiu ein Kleinod. Am Großen Ring stehen zahlreiche barocke Gebäude wie das Rathaus, das Brukenthal-Palais und die Garnisonskirche. Doch auch weitgehend mittelalterlich geprägte Straßenzüge (Kleiner Ring und Heltauer Gasse) machen den Charme des Ortes aus. Bedeutsame Teile der Stadtmauer sind die Bastei (“Dicker Turm”), heute Sitz der Philharmonie, sowie die Hallerbastei.

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